Paraguay Magazin
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Paraguay ein Traumland?

Ganz bestimmt nicht!

P
araguay ist kein Traumland - wo gibt es das schon - aber ein Land, in dem man sich Wohlfühlen kann - wenn man einige Dinge berücksichtigt.

Leider wird dieses Land auf diversen Internetseiten nur schöngeredet und nicht auf die negativen Seiten hingewiesen, die es nun einmal in jedem Land gibt.

Wer in Paraguay auf Dauer leben und sich Wohlfühlen möchte, sollte unbedingt über Eigenschaften wie Anpassungsfähig, Flexibilität, Gelassenheit, Geduld und Freundlichkeit verfügen (vom Geld einmal abgesehen).
Sollten Sie diese Eigenschaften nicht besitzen, werden Sie sich auf Dauer in Paraguay nicht Wohlfühlen. Das ist auch der Grund, warum von den jährlich 10.000 bis 15.000 europäischen Einwanderern, ca. 35% Paraguay innerhalb der ersten 7 Jahre wieder verlassen.
Dabei handelt es sich überwiegend um Deutsche, Österreicher und Schweizer.
In einem Land, das so groß ist wie Deutschland und Lichtenstein zusammen aber nur 5.000.000 Einwohner hat, ist hier Platz für jeden.

Warum aber kommen so viele Europäer nach Paraguay?

Wohl einer der wichtigsten Gründe sind mit Sicherheit die (noch) günstigen Lebenshaltungskosten in Paraguay. Zudem ist in Paraguay der Erwerb von Immobilien extrem günstig und wer in Paraguay seinen Lebensunterhalt durch ein kleines Geschäft bestreiten möchte, kann dies ohne Behördenwillkür tun, wie man sie aus Deutschland kennt.
Man kann hier fasst alles kaufen, was es in Deutschland auch gibt. Nur billiger.
Das ist auch der Grund, warum immer mehr Rentner nach Paraguay kommen. Zum einen kann man hier mit einer Rente von z. B. Euro 800 locker leben und wenn man noch etwas arbeiten möchte, dann ist das auch kein Problem.
Ein weiterer Grund ist bestimmt auch das Wetter. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr ist dieses Land für Sonnenhungrige genau richtig.

Und an noch etwas sollte sich der Neueingereiste gewöhnen. In Paraguay ist es nicht üblich sich zu "siezen". Stattdessen wird man fasst immer mit vos (du) angeredet. Dieses Wort stammt aus dem spanischen "vosotros" (ihr) ab. Deshalb ist die Anrede mit vos keineswegs plump-vertraulich, sondern stellt ganz im Gegenteil eine besondere Höflichkeitsform dar.
Nur beim Besuch von Behörden verwendet man im Allgemeinen die Anredeform
usted (Sie).

Die paraguayische Mentalität

Was Paraguayer überhaupt nicht mögen ist Hektik, Stress und Geschrei. Damit erreicht man in Paraguay nichts - außer dem Gegenteil dessen, was man eigentlich wollte. Mit Freundlichkeit und einem Lächeln kommt man hier wesentlich weiter. Paraguayer sind durchweg sehr freundliche und hilfsbereite Menschen.
Wenn Sie allerdings in Paraguay mit einem Lieferanten, einer Werkstatt oder auch privat einen Termin ausmachen, dann gewöhnen Sie sich daran, dass er nur selten eingehalten wird.
Eine Verspätung von einer Stunde bis zu mehreren Stunden, ist hier "Normal". Am Besten gewöhnen Sie sich daran, denn ändern können Sie die Leute nicht. Und wozu auch. Eigentlich leben die Menschen hier vollkommen richtig. Tranquilo und mañana sind hier die am häufigsten gebrauchten Worte und sollen bedeuten, dass man alles gelassen sehen soll.

In Paraguay gehen die Uhren nun einmal anders. Die Paraguayer denken und handeln völlig anders als wir Europäer. Daher darf man hier keine komplexen Denkvorgänge voraussetzen oder sogar Logik. Paraguayer denken und handeln einfach und was für uns Europäer völlig "normal" ist, erzeugt bei Paraguayern nur Verwunderung und Kopfschütteln.
In Paraguay wird das Leben nicht von der Uhr bestimmt was zur Folge hat, dass Paraguayer grundsätzlich unpünktlich sind.

Wie steht es nun mit der Kriminalität in Paraguay?

Mit einem Wort - schlecht. Die Kriminalität ist seit der angeblichen Demokratisierung ständig gewachsen. Davon betroffen sind speziell einige Städte und Stadtteile, in dem man als Europäer besser nicht wohnen und diese bei Nacht meiden sollte.
Auch sollte man vermeiden, mit wertvollem Schmuck oder wertvoll aussehenden Schmuck durch die Gegend zu laufen. Besonders wenn sie ein "Nachttiger" sind, besteht die Gefahr überfallen zu werden. Die Menschen hier haben keine Ahnung, ob die Uhr an ihrem Handgelenk nun echt ist oder eine gute Kopie, oder ob Ihr Halskettchen nun aus echtem Gold ist oder nur "Goldfarben". Es bedeutet die Möglichkeit an Geld zu kommen.

Leider gibt es immer wieder Menschen, die auf ihren "Zierrat" nicht verzichten wollen. Das Geschrei ist groß, wenn dann doch etwas passiert. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass in diesem Land die Armut sehr groß ist. Sollten sie dann doch einmal das Pech haben und überfallen werden, dann wehren sie sich nicht sondern geben alles bereitwillig heraus. Ihr Leben und ihre Gesundheit sind mehr Wert als das, was sie vielleicht bei sich führen.
Wenn man jedoch bestimmte Vorsichtsmaßregeln beachtet, die man auch in Deutschland befolgen würde, dann lebt man auch hier relativ sicher.
Einen absolut sicheren Ort gibt es schließlich nirgends auf der Welt.

Vermeiden sie auch übermäßig viel Bargeld mitzunehmen oder dies sogar offen zu zeigen, wenn sie es schon mitnehmen müssen.
Ebenfalls vermeiden sollten sie in der Nacht mit einem Bus zu fahren besonders dann, wenn er sich einer Endhaltestelle nähert und sich kaum noch Fahrgäste im Bus befinden. Auch da ist die Möglichkeit groß, überfallen zu werden.

Man hört oft Geschichten von Überfällen, Morden und sonstigen Verbrechen.
Was verschwiegen wird ist die Tatsache, dass sich diese Verbrechen innerhalb der paraguayischen Bevölkerung abspielen und nur selten ein Europäer betroffen ist. Alles was man erzählt bekommt sind Einzelfälle und nicht die Regel. Leider muss man auch erwähnen, dass viele Europäer selbst daran schuld sind, wenn doch etwas passiert. Man kann sich in Paraguay nicht so verhalten wie in Deutschland und wer Angst vor seinem eigenen Schatten hat, der sollte besser im "sicheren Deutschland" bleiben.
Ein Comisario sagte einmal zu mir, dass die Europäer durch ihre Sorglosigkeit und Vertrauensseligkeit oft selbst daran schuld sind, wenn etwas passiert.
Und damit hat er leider Recht.

Wenn Paraguay so unsicher wäre, wie manche behaupten, dann muss ich mir die Frage stellen: warum kommen dann jährlich zwischen 10.000 und 15.000 europäische Einwanderer (Deutsche, Österreicher und Schweizer) nach Paraguay (und die Zahl der Auswanderer nimmt ständig zu).
In Paraguay leben tausende von deutschsprachigen Europäern schon seit 20 Jahren und mehr, ohne dass auch nur das Geringste passiert wäre.
Meine Mutter (74) kam vor zwei Jahren nach Paraguay und lebt in meinem Haus. Wäre Paraguay nicht sicher, dann hätte ich sie nicht zu mir geholt.

Man sollte schon eine bisschen Zeit in dieses Land investieren, um es richtig Kennzulernen. Bei einem Kurzurlaub von 2 oder 3 Wochen, kann man dieses Land nicht kennen lernen.
Von den Eigenschaften, die ich oben geschildert habe, sind besonders Anpassungsfähig und Flexibilität wichtig, sowie ein gesundes Misstrauen.

Und noch etwas ist zu beachten: Wem man am wenigsten in Paraguay trauen kann - ist die Polizei. Nachweislich werden viele Verbrechen von Polizisten begangen. Daher hat die Polizei in Paraguay einen denkbar schlechten Ruf. Aber auch hier gilt: Natürlich gibt es mit Sicherheit ausnahmen - aber Vorsicht kann nie schaden.

Ich lebe nun seit 5 Jahren in Paraguay und werde oft gefragt, ob ich nach Deutschland zurück möchte.

Darauf kann ich nur antworten: Niemals!

 

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